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 Interview mit Shari Temple, Delegierte der Democrats Abroad Delegate aus Deutschland  

20085Sep
Submitted by Caterina Rost on Fri, 09/05/2008 - 23:30
Nachtrag vom 26. August 2008.

Frage:

Sie sind eine Delegierte für Barack Obama, wie wurden Sie dafür nominiert?

Temple: Wir sind insgesamt 22 Delegierte für die Democrats Abroad und wir repräsentieren 7 Millionen Amerikaner, die im Ausland leben. Der regionale Caucus für die Region Europa, Naher Osten und Afrika fand Anfang März in Brüssel statt. Dort wurden sechs Delegierte gewählt. In der internationalen Vorwahl haben 2/3 der Amerikaner für Obama gestimmt, deswegen haben wir unsere Delegation aufgeteilt: Senator Hillary Clinton bekam zwei Delegierte, Senator Barack Obama bekam vier. Ich bin als Obama Delegierte angetreten. Und mehr als 100 Personen haben sich für die vier Plätze zur Wahl gestellt. Letztendlich war ich eine der Glücklichen die ausgewählt wurden, was sicherlich auch daran lag, dass ich durch meine Arbeit im IT-Bereich für die Democrats Abroad in den unterschiedlichen Ländern bekannt war.  


Frage: Mussten Sie für Ihre Delegiertenposition Wahlkampf machen?

Temple: Ja, ich hatte sogar einen offiziellen Wahlkampfmanager, der Flyer und Anstecker für mich gemacht hat. Das musste ich allerdings alles aus meiner eigenen Kasse bezahlen.

Frage: Ist das ihr erster Wahlparteitag?

Temple: Ja, und es ist sehr aufregend. Ich habe die Wahlparteitage schon als Kind im Fernsehen gesehen. Aber dabei zu sein, so nah an den Top-Politikern, ist etwas ganz anderes und ausgesprochen beeindruckend.

Frage: Seit wann sind Sie in Denver?

Temple: Ich bin am Samstag direkt aus Deutschland her geflogen. Ich habe einen Direktflug von Deutschland nach Denver bekommen, das war sehr angenehm. Nach dem Wahlparteitag bleibe ich noch ein paar Tage länger hier, um meinen Stiefsohn in Boulder/Colorado zu besuchen. 

Frage: Die Delegationen der verschiedenen Bundesstaaten treffen sich jeden morgen zum Frühstück und haben Gäste aus ihrem Bundesstaat. Wie funktioniert das für die Democrats Abroad?

Temple: Wir treffen uns auch jeden morgen zum Frühstück. Wir hatten unter anderen Barack Obama’s Schwester als Gast. Unser Geschäftsführer sucht für uns die richtigen Referenten. 

Frage: Welche anderen Veranstaltungen haben Sie besucht?

Temple: Je nach Interesse kann man an verschiedenen parteiinternen Versammlungen teilnehmen, die tagsüber stattfinden. Ich habe beispielsweise an den Versammlungen der Frauen und der amerikanischen Ureinwohner teilgenommen. Außerdem gibt es zahlreiche unterhaltsame Veranstaltungen. Die schiere Anzahl der Veranstaltungen ist überwältigend und es ist sehr schwer, den Überblick zu behalten, an welchen Veranstaltungen man teilnehmen möchte. 

Frage: Wie fanden Sie die Rede von Michelle Obama?

Temple: Die Rede war absolut wundervoll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie hätte besser sein können. Viele Amerikaner hielten Michelle Obama für kalt. Aber sie hat definitiv gezeigt, dass dies nicht zutreffend ist. Sie kam sehr intelligent, sehr warmherzig und sehr einfühlsam rüber: Die perfekte First Lady. 

Frage: Seit wann leben Sie in Deutschland?

Temple: Ich bin Anfang 2001 nach Deutschland gezogen. Das hatte aber nichts mit George W. Bush zu tun. Ich habe im Jahre 2000, noch in den USA gewählt, bin dann aber schon  in Deutschland gewesen versuchte wurde heraus zu finden, wer die Wahl gewonnen hat.

Frage: Warum sind Sie nach Deutschland gekommen?

Temple: Die ehrliche Antwort ist, wegen Liebe und Geld. Mein Partner ist ein Deutscher und er wurde zurück nach Deutschland geordert, nachdem er sieben Jahre in den USA gearbeitet hat. Hinzu kam, dass sich für mich eine berufliche Möglichkeit ergeben hat. Meine Firma hat mich nach Deutschland geschickt. Ursprünglich sollte ich für zwei Jahre dort bleiben, aber daraus sind mittlerweile sieben geworden. Ich genieße es und habe keine Pläne zurück in die USA zu ziehen.

Frage: Warum unterstützen Sie Barack Obama?

Temple: Natürlich war die Auswahl bei den Demokraten diese Jahr besonders groß und ich wäre mit fast jedem der Kandidaten zufrieden gewesen. Die Wahl viel mir besonders schwer zwischen Hillary und Barack. Ich habe zwei Bücher von Barack Obama gelesen und war davon sehr beeindruckt. Als Democrat Abroad finde ich es auch sehr wichtig, dass er schon im Ausland gelebt hat und selbst in einem multikulturellen Umfeld aufgewachsen ist und dadurch kulturelle Unterschiede versteht. Der Irakkrieg war natürlich auch ein entscheidender Faktor.  

Frage: Nach seiner Rede in Berlin wurde Obama von den Republikanern kritisiert, zu populär im Ausland zu sein. Was halten Sie von diesen Attacken?

Temple: Ich halte sie für verrückt. Was wollen wir denn sonst? Einen Präsidenten, der unpopulär im Ausland ist, wie Präsident Bush? Ich denke, dass die Republikaner verzweifelt nach einer Angriffsfläche gesucht haben, und Obamas Popularität war das Einzige was sie gefunden haben. 

 

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