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 Demokraten und Republikaner feiern ihre Kandidaten: Eindrücke aus Denver und St. Paul  

20086Sep
Submitted by Caterina Rost on Sat, 09/06/2008 - 22:30

Unterschiedlicher hätten die beiden Wahlparteitage kaum sein können. Nicht nur die Größe, sondern auch die Atmosphäre war eine ganz andere. Es war offensichtlich, dass die Demokraten in diesem Wahljahr mehr Energie generieren können als die Republikaner. Historisch waren jedoch beide Nominierungsparteitage: Zum ersten Mal wurde ein Afro-Amerikaner zum Präsidentschaftskandidat einer großen Partei gewählt und zum ersten Mal wurde eine Frau zur Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner gekürt.

Der Parteitag der Demokraten war nicht sehr traditionell, sondern glich eher einem Popkonzert. Die Show war sehr professionell organisiert. Die Lichteffekte waren farbenfroh und gut aufeinander abgestimmt. Die Musik, live gespielt von einer Band, brachte die Anwesenden in Stimmung und überbrückte gekonnt die Pausen zwischen den einzelnen Rednern. Die Gänge im Pepsi Center waren zu jedem Zeitpunkt voller Menschen. Während der Reden von Michelle Obama und Hillary Clinton konnte man sich in der Arena kaum noch bewegen.

Die vier großen Fernsehsender hatten ihre Sendestationen zwischen den Delegierten aufgebaut, um direkt aus der Menge zu berichten und so die Stimmung einzufangen. Die Atmosphäre war gelöst und energiegeladen. Der Demokratische Parteitag war ein Fest der Liebe, obwohl viele Reibereien zwischen den Hillary und den Obama Unterstützern erwartet hatten. Das Bewusstsein, dass sie mit ihrem Parteitag Geschichte schrieben, hat die Stimmung unter den Demokraten zweifelsohne noch weiter beflügelt.

Als Hillary Clinton es selbst in die Hand nahm ihren früheren Gegenspieler offiziell zu nominieren, kochten die Emotionen im überfüllten Pepsi Center über. Und am Folgetag ließ sich die Begeisterung sogar noch steigern. Zusammen mit über 80.000 begeisterten Parteianhängern feierten die Demokraten den Abschluss ihres Parteitages. Sogar von der Pressetribüne gab es Beifall. Die historische Bedeutung dieses Moments rührte einige Delegierte zu Tränen und motivierte alle zum ausgiebigen Feiern.

Bei den Republikanern blieb alles etwas ruhiger. Sie hatten keine Live-Band und die Dekoration wirkte weniger pompös. Ihr Parteitag war traditioneller und bei weitem nicht so aufregend wie der Demokratische Parteitag. Schuld war sicherlich unter anderem die große Unbeliebtheit der Bush Regierung und der verhaltene Enthusiasmus der Republikaner für ihren Präsidentschaftskandidaten.

Dazu beigetragen hat wohl auch Hurrikane Gustav. Wegen dem Sturm sind viele Republikaner zu Hause geblieben. Reporter spekulierten, dass einige republikanische Politiker den Hurrikane als Gelegenheit genutzt haben, um sich von dem Parteitag fernzuhalten. Schließlich ist es dieses Jahr nicht von Vorteil das Label „Republikaner“ hinterm Namen stehen zu haben.

Es waren weit und breit auch keine Vertreter der Bush Regierung ausfindig zu machen. Einige Delegierte gaben sogar zu, dass Bushs Anwesenheit nur von Vorteil für die Demokraten gewesen wäre. Deswegen waren viele froh, dass Bush und Cheney in Washington geblieben sind.    

Hinzu kam natürlich auch, dass die Republikaner nur halb so viele Delegierte wie die Demokraten hatten. Aber auch die Zahl der Journalisten war geschrumpft. Selbst bei den Reden der Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin und des Kandidaten John McCain selbst blieben einige Stühle in der Arena frei. Nur die Protestierenden waren aktiver im Vergleich zum Demokratischen Parteitag in Denver.

Den direkten Vergleich der Parteitage haben die Demokraten definitiv gewonnen. Aber ob das für die Entscheidung der Wähler am 4. November letztendlich ausschlaggebend ist, bleibt zu bezweifeln. 
 

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